Umstieg von MS-Access auf Borland Delphi (Win32) und Borland Kylix (Linux)

Motivation
Ein Projektziel ist die Verfügbarkeit von ARIADNE auf einem Open-Source-Betriebssystem. Andererseits wird derzeit in den meisten Einrichtungen MS-Windows® eingesetzt. Wir haben uns entschieden, ARIADNE mit Borland Delphi® zu entwickeln, da dieser Interpreter sowohl für MS-Windows als auch Linux verfügbar ist. Zuvor lag ARIADNE in Form von MS-Access®-Datenbanken vor. Für einen Einsatz von ARIADNE waren somit sowohl ein Microsoft Betriebssystem, als auch Microsoft Access® notwendig. Mit Borland Delphi® kann hingegen ein eingeständiges ARIADNE-Programm-Paket erstellt werden, welches keine zusätzlichen (und kostenpflichtigen) Komponenten benötigt.
Der Prototyp von ARIADNE wurde auf einer Windows-Plattform entwickelt. Daher besteht nun die Notwendigkeit, den Prototypen nach Linux zu portieren. Hierbei findet Borland Kylix® Verwendung. Der Einsatz von Linux hat den Vorteil, dass sowohl Betriebssystem als auch Kompiler kostenfrei im Internet zu beziehen sind.
Nach Abschluss dieses Projektschrittes ist ARIADNE vollständig OpenSource, da für eine Installation von ARIADNE auf keine kostenpflichtigen Komponenten mehr zurückgegriffen werden muss.

bisheriger Verlauf
Ende Februar 2003 wurde mit der Portierung von Ariadne von Microsoft Access® nach Borland Delphi® begonnen. Am 7. März 2003 wurde der erste Delphi-Prototyp fertiggestellt. Bei diesem Prototyp handelt es sich um eine 1:1 Umsetzung der Ariadne-Version v0.9e4, d.h. man kann sämtliche Funktionalität der Access-Version auch im Delphi-Prototypen wiederfinden. Dieser Prototyp wurde im Laufe des Jahres 2003 weiterentwickelt und den Möglichkeiten Delphi's angepasst, so dass im November 2003 die erste Delphi-Version von ARIADNE vollendet werden konnte.
Durch das Redesign hatte die Arbeitsgruppe die Möglichkeit, bereits vorhandene Arbeitsschemata von ARIADNE zu überdenken, zu überarbeiten und zu straffen, so dass mit der neuen Version eine deutlich schlankere und logischer strukturierte Version zur Verfügung steht.
Im Jahr 2004 wurden die Fehler aus dem Prototyp entfernt, bestimmte Komponenten ersetzt und Funktionen hinzugefügt. Desweiteren wurden neue Module dem ARIADNE-Programmpaket unter MS-Windows® und Linux hinzugefügt (Backup-Restore, SoftwareServer, Console).

aktueller Stand
Die Version ARIADNE v1.0 kann als abgeschlossen betrachtet werden. Alle Module sind sowohl unter MS-Windows® als auch unter Linux verfügbar.

Screenshoots
Klicken Sie bitte auf die Bilder, um eine grössere Version zu erhalten.

 

Entwicklung der Oberfläche für die Internet-Recherche
Unter diesen Punkt fällt sowohl die Gestaltung der Internet-Recherche als auch die Frage, welche Informationen in der Recherche dargeboten werden. Die Internet-Recherche von Ariadne ist bereits verfügbar. Deren Realisierung steckt jedoch noch in den "Kinderschuhen". Bei diesem Arbeitsschritt soll geklärt werden, welche Informationen für eine Recherche relevant sind und wie man sie anbieten soll. Daher wird die Oberfläche der Internet-Recherche ständig überarbeit werden.

Seit April 2004 ist die Recherche von ARIADNE in die vierte Version gegangen. Im Vergleich zu den Vorgängern wurde ein anderer Weg beschritten: während zuvor noch drei unterschiedliche Arten der Recherche zur Verfügung standen, gibt es in der aktuellen Version nur eine Suchabfrage. Sie beinhaltet jedoch die drei unterschiedlichen Recherchearten. Dabei wird eine farbliche Kodierung eingesetzt, um dem Benutzer visualisieren zu können, warum bestimmte Akten, Aktengruppen bzw. Bestände angezeigt werden. Zusätzlich ist nun endlich eine Einschränkung nach der Laufzeit möglich. Sie können auf den folgenden Link klicken, um zur Internet-Recherche von Ariadne zu gelangen.
 

Entwicklung einer XML-Schnittstelle für Ariadne

Motivation
XML ist ein Dateiformat, mit dem Daten strukturiert gespeichert werden können. In XML-Dateien hat die Möglichkeit, Marken (sog. Tags) zu definieren, die ein Datum einklammern und somit eine Interpretation des Datums ermöglichen. Durch die Definition geeigneter Marken und deren wiederholte Anwendung lässt sich daher jede relationale Datenbank durch eine XML-Datei abbilden.
Durch die Entwicklung einer XML-Schnittstelle könnte man Daten aus ARIADNE definiert exportieren bzw. nach ARIADNE importieren. Die Vorteile liegen klar auf der Hand:

  1. Backup-Restore-Lösung: Man kann wiederholt XML-Dateien mit ARIADNE erzeugen, die gesichert werden. Dadurch hat man im Schadensfall jederzeit die Möglichkeit, die ARIADNE-Datenbank durch ein früher erstelltes Backup zu ersetzen. Wird regelmässig ein Backup der ARIADNE-Datenbank durchgeführt, ist die Wahrscheinlichkeit eines Datenverlustes gering - die Datensicherheit ist gewährleistet.
  2. Automatische Synchronisation mit dem Verbundserver: Ein Backup der ARIADNE-Datenbank im XML-Format kann dazu benutzt werden, die Informationen auf dem Verbundserver, auf dem die Akten aller Archive des Verbundes zusammengetragen werden, zu aktualisieren. Die XML-Datei sollte hierfür verschlüsselt werden und über einen SSL-Zugang auf den Verbundserver übertragen werden. Dort wird die XML-Datei vom Verbundserver entschlüsselt, entpackt und auf die Datenbank übertragen.
  3. Schnittstelle zu anderen Software-Lösungen: Eine XML-Datei enthält Informationen zur Struktur der in ihr gespeicherten Daten. Findet man ein Beziehung zwischen der Struktur, in der andere Verzeichnungssoftware ihre Daten speichert bzw. nach XML exportiert, und der Struktur von ARIADNE, so kann ein Filter geschrieben werden, der die Daten in die eine bzw. in beide Richtungen überführen kann. Somit besteht die Möglichkeit, Daten aus anderer Verzeichnungssoftware zu übernehmen bzw. dahin zu transferieren.
  4. Nachnutzbarkeit: Wie sieht es in 10 Jahren aus? Möchten Sie, wenn Sie mit einer anderen Software arbeiten, die gesamten Akten nochmals verzeichnen, weil die Daten in einem proprietären Format gespeichert ist, dass Sie nicht auslesen können? Da XML "human readable", d.h. durch den Menschen lesbar ist, besteht dieses Problem nicht. Mit dem Export erhalten Sie eine XML-Datei, die einer Textdatei entspricht (mit dem Unterschied der Strukturierung der Daten durch Tags). Die Wahrscheinlichkeit, später nicht mehr auf die Daten zugreifen zu können, ist nahezu Null.

aktueller Stand

  1. Es existiert eine Schnittstelle in Form eines Backup- und eines Restore-Moduls. Beide Module arbeiten noch nicht inkrementell, d.h. es wird stets die gesamte Datenbank nach XML exportiert bzw. durch eine XML-Datei angelegt. Ferner besitzen Verzeichnungs- und Recherchemodul die Möglichkeit eine Menge von Daten nach XML für eine weitere Verwendung zu exportieren. Die Verschlüsselung der XML-Datei ist eine Option beim Anlegen eines Backups.
  2. Es wurde bereits ein SSL-Server eingerichtet, über den die Archive des Verbundes bestimmte administrative Tätigkeiten vornehmen können (z.B. das freistellen bzw. sperren von Akten). Derzeit wird noch an einer Lösung gearbeitet, um Backups automatisch durch PHP-Skript auf den Server einpflegen zu können.
  3. Schnittstellen zu anderen Software-Lösungen wurden bisher nur vereinzelt realisiert, der Filter manuell auf das Problem abgestimmt. Derzeit laufen Versuche, einen Import-Filter für zwei verschiedene Software-Lösungen mittels XML und XSLT zu realisieren.

 

Realisierung sicherer Zugriffswege für Verbundteilnehmer

Motivation
Die online-Recherche von ARIADNE ist für Archivare des Verbundes nur bedingt brauchbar, da sie aus ihrem eigenen Archiv nicht alle Akten einsehen können, sondern nur die, die bei der Verzeichnung für eine Recherche freigestellt wurden. Es wäre daher von Vorteil für die Archivare, wenn sie einen eigenen Zugang erhalten würden, mit dem sie archivübergreifend recherchieren und in ihrem eigenen Archiv alle Akten einsehen könnten. Der Transfer der Daten über das Internet muss dabei verschlüsselt werden, um illegales Mithören verhindern zu können.

aktueller Stand
Ein SSL-Server wurde unter https://ariadne.uni-greifswald.de:8003/ eingerichtet. Die Verwendung des HTTPS-Protokolles (im Gegensatz zum HTTP-Protokoll) gewährleistet einen verschlüsselten Transfer der Daten via Internet und somit die Aspekte des Datenschutzes. Für die Archivare des Verbundes existiert ein Zugang zum SSL-Server in Form von Benutzername und Passwort. Eine Authentifizierung durch ein DES-Schlüsselpaar wird noch überprüft. Die Archivare können in allen Akten ihres Archives und den freigestellten Akten der anderen Archive recherchieren. Desweiteren können diverse administrative Tätigkeiten vorgenommen werden. Der SSL-Server soll auch genutzt werden, um die Daten auf dem Verbundserver vom Archiv aus aktualisieren zu können.

Letzte Aktualisierung: 1. September 2004, S. Block