Details zum Projekt ARIADNE

Überblick
Die Abkürzung ARIADNE steht für "Archiv Information and Administration Network" und bezeichnet zwei Komponenten:

  • eine Verzeichnungssoftware
  • einen Archivverbund in Mecklenburg-Vorpommern
Die Grundlagen der Verzeichnungssoftware Ariadne wurden im Universitätsarchiv Greifswald Anfang 1999 gelegt. Die Software war zunächst als lokale Lösung für das Universitätsarchiv ausgelegt und wurde am 8. November 2001 auf der zweiten Konferenz der vorpommerschen Archive in Greifswald vorgestellt. Da ARIADNE sehr positiv aufgenommen wurde, entstand die Idee, dass Projekt auf einen grösseren Rahmen auszudehnen. Durch das Projekt sollten die folgenden Kernpunkte realisiert werden:
  1. programmieren einer kostenlosen Verzeichnungssoftware, die in kleinen bis mittelgrossen Archiven eingesetzt werden kann
  2. die Benutzerführung der Verzeichnung sollte derart gestalltet sein, dass ohne eine spezielle Einarbeitungszeit mit der Verzeichnung der Akten begonnen werden kann (Stichwort: intuitive Benutzerführung)
  3. die Verzeichnung erfolgt lokal im Archiv, die erstellten Daten sollen jedoch (soweit es der Datenschutz zulässt) auf einen Verbundserver übertragen werden, der vom Rechenzentrum der Universität bereitgestellt wird
  4. die Recherche soll bestands- und archivübergreifend erfolgen, wobei selbst Akteninformationen wie Titel- oder Enthält-Vermerk-Felder dargestellt werden sollen (archivübergreifende Recherche nur auf dem Verbundserver via HTTP)
  5. die Recherche soll sowohl lokal im Archiv als auch im Internet möglich sein
  6. die Benutzerführung der Recherche soll derart programmiert werden, dass Besucher des Archives ohne spezielle Kenntnisse sofort mit der Recherche beginnen können (Analogie: OPAC-Systeme der Bibliotheken)

Entwicklungsetappen
Der folgende Abschnitt beschreibt die einzelnen Entwicklungsetappen von ARIADNE. Einige davon sind bereits vollendet, andere in Arbeit und einige noch in Planung. Hinter den Überschriften der einzelnen Etappen finden sie den aktuellen Status, d.h. ist die Entwicklung in diesem Bereich abgeschlossen, noch offen oder noch in Planung.
Das Projekt umfasst momentan folgende Entwicklungsetappen:

  1. Stand bei Beginn des Projektes
  2. Realisierung von ARIANDE als Internetanwendung (teilweise abgeschlossen)
    1. Migration auf den MySQL-Server (abgeschlossen)
    2. Abbilden der Funktionalität von ARIADNE auf SQL-Befehle (abgeschlossen)
    3. Realisierung einer online-Recherche (abgeschlossen)
    4. Realisierung einer online-Verzeichnung (offen)
    5. Realisierung einer online-Recherche für Archivare (abgeschlossen)
    6. Realisierung einer online-Administration für Archivare (teilweise abgeschlossen)
    7. Realisierung einer online-Verwaltung des Verbundes (offen)
  3. Einsatz von XML als Austausch- und Backupformat (abgeschlossen)
    1. Entwicklung eines XML-Exportmoduls (abgeschlossen)
    2. Entwicklung eines XML-Importmoduls (abgeschlossen)
    3. Entwicklung einer Backup-Struktur (abgeschlossen)
    4. Entwicklung geeigneter Datenschutzrichtlinien (abgeschlossen)
  4. Übergang zu einer OpenSource-Anwendung (abgeschlossen)
    1. Realisierung eines Zugriffs auf den MySQL-Server via DirectSQL (abgeschlossen)
    2. Umsetzen von ARIANDE v0.9e4 (MS-Access®) nach ARIANDE v1.0 (Borland Delphi®) (abgeschlossen)
    3. Einbinden von OpenSource-Komponenten in ARIADNE v1.0, Überarbeiten der Funktionen des Prototyps (abgeschlossen)
    4. Erweitern um die Aktentypen "Karten,Risse,Pläne","Urkunden" und "Fotos" (abgeschlossen)
    5. Einbinden von Komponenten für die Verarbeitung von Bildinhalten für "Karten,Risse,Pläne" und "Fotos" (abgeschlossen)
    6. Hinzufügen von administrativen Funktionen zum ARIADNE-Programmpaket (Backup, Installation, etc.) (abgeschlossen)
    7. Umsetzen von ARIADNE v1.0 nach Borland Kylix® (Linux) (abgeschlossen)

 

0. Stand bei Beginn des Projektes
Als der Förderungszeitraum durch die DFG begann, lag die ARIADNE-Verzeichnungssoftware in Form von zwei Microsoft Access® Datenbanken vor: eine für die Verzeichnung und eine für die Recherche von Akten. Die verzeichneten Akteneinheiten wurden ebenfalls in Access Datenbanken gespeichert, wobei jeder verzeichnete Bestand in einer eigenen Datenbank lag. ARIADNE bildete damals das "Dach" über den einzelnen Bestands-Datenbanken. Der Einsatz von ARIADNE war an ein Betriebssystem von Microsoft und an Microsoft Access® gebunden. Diese Version von ARIADNE war bereits netzwerkfähig, d.h. es konnten mehrere Archivare nebeneinander mit ARIADNE verzeichnen und recherchieren, wobei der Zugriff auf die gleiche Datenbasis erfolgte.
 

1. Realisierung von ARIANDE als Internetanwendung (teilweise abgeschlossen)

Wie weiter unten ausführlich beschrieben wird, ist es wichtig, ARIADNE auf eine OpenSource-Plattform zu portieren. In Hinblick auf die Internet-Recherche haben wir uns für ein LAMP-System entscheiden. Die Abkürzung steht für die Komponenten Linux, Apache, MySQL und PHP. Für ARIADNE als Internet-Anwendung ist insbesondere die Kombination von Apache (Web-Server), PHP (dynamische Web-Seiten) und MySQL (relationale Datenbank) wichtig.
Endziel dieser Etappe ist der gezielte Einsatz dieser Komponenten, um die Funktionalität von ARIADNE auch im Internet zur Verfügung stellen zu können.

1.1. Migration auf den MySQL-Server (abgeschlossen)
Der erste Schritt für die Umsetzung auf ein LAMP-System war das Portieren der bereits mit ARIADNE verzeichneten Akten von Microsoft Access® zum MySQL-Server. Hierbei musste die Struktur der Datenbank überarbeitet werden, um Daten mehrerer Archive parallel aufnehmen zu können. Im Laufe dieses Projektschrittes wurde ein neues Modul unter Access entwickelt, welches den Installationsvorgang auf dem MySQL-Server vollzieht, ggf. bereits verzeichnete Akten zum MySQL-Server transportiert und Einstellungen von ARIADNE unter einer grafischen Oberfläche ermöglicht.

1.2. Abbilden der Funktionalität von ARIADNE auf SQL-Befehle (abgeschlossen)
Unter Access konnte man sich den in VBA eingebauten Routinen bedienen, um die Daten anzusprechen. Durch die Migration nach MySQL war dies nicht mehr möglich. Wir mussten daher die gesamte Funktionalität von ARIADNE in SQL-Befehlen kapseln, die zunächst über eine ODBC-Verbindung an den MySQL-Server gesendet wurden.
Für die Delphi-Version von ARIADNE wurden diese SQL-Abfragen überarbeitet und erweitert. Die ODBC-Brücke wurde hier durch einen DirectSQL-Treiber ersetzt, der direkt via TCP/IP auf dem MySQL-Server operiert. Dadurch konnte ARIADNE bei den Punkten Geschwindigkeit (direkter Zugriff), Datenschutz (Authentifizierung direkt am MySQL-Server, verschlüsselte Übertragung der Daten möglich) und Stabilität (der Treiber ist direkter Bestandteil der Software) hinzugewinnen.

1.3. Realisierung einer online-Recherche (abgeschlossen)
Da die Daten zentral auf einem MySQL-Server verwaltet werden und die komplette Funktionalität in SQL-Befehle gekapselt wird, ist der Schritt zu einer online-Recherche kurz. Wie man sich unter ariadne.uni-greifswald.de überzeugen kann, ist eine bestands- und archivübergreifende Recherche bereits möglich. Einfach zu realisieren ist die Abfrage der Daten. Schwieriger hingegen ist die interne Verarbeitung der Daten, da bei einer Recherche über mehrere Archive deutlich mehr Informationen anfallen, als lokal im eigenen Archiv. Einen Überblick zu behalten fällt schwer. Daher mussten Methoden entwickelt werden, um

  1. eine schnelle Abfrage der Datenbank gewährleisten zu können und
  2. eine Darstellung der Daten zu finden, die die Übersichtlichkeit nicht beeinträchtigt.
Die Entwicklung in diesem Bereich beschäftigt sich daher mehr mit Aspekten des Designs, der Datenpräsentation und der Suchalgorithmen. Die erste online-Recherche von ARIADNE wurde relativ früh realisiert und während des Projektes immer wieder überarbeitet. Neue Komponenten, die in das Programmpaket eingebracht worden sind, wurden teilweise auch in das Internet-Paket übernommen. Dadurch wurde z.B. die zeitliche Einschränkung und die Darstellung von Thumbnails/Bildern bei "Karten,Risse,Pläne" und "Fotos" möglich.

1.4. Realisierung einer online-Verzeichnung (offen)
Diese Etappe ist noch völlig offen und in der nächsten Zeit auch nicht einsetzbar. Das Problem liegt hierbei an der verfügbaren Infrastruktur, da nur die wenigsten Archive über eine Standleitung zum Internet verfügen.
Um dennoch die Daten auf dem Verbundserver aktualisieren zu können, soll die Möglichkeit geschaffen werden, ARIADNE-Backups im XML-Format zum Verbundserver zu übertragen und dort das Update der Daten zu initiieren. Die XML-Datei wird verschlüsselt und der Absender durch Keys authentifiziert. Als Übertragungswege kommen postalischer Versand, eMail und Upload via FTP und HTTP in Frage.

1.5. Realisierung einer online-Recherche für Archivare (abgeschlossen)
Eine Recherche via HTTP darf aus datenschutzrechtlichen Gründen nur Akten umfassen, die nicht den Sperrfristen unterliegen. Daher kann ein nicht-authentifizierter Archivar nicht auf alle Akten zugreifen, die zu seinem Archiv gehören und auf dem Verbundserver gespeichert sind. Dieses Problems kann gelöst werden, indem für Archivare des Verbunds ein Zugriffsweg geschaffen wird, über den er sich authentifizieren kann und dann in allen freigestellten Akten und allen Akten, die zu seinem Archiv gehören, recherchieren kann.
Hierfür haben wir einen SSL-Zugang für Archivare eingerichtet. Das SSL-Protokoll (Secure Socket Layer) realisiert eine Verschlüsselung zwischen dem Verbundserver und dem Computer des Archivars, so dass keine datenschutzrechtlichen Probleme entstehen können. Derzeit authentifiziert sich der Archivar über das Tupel Benutzername/Passwort.

1.6. Realisierung einer online-Administration für Archivare (teilweise abgeschlossen)
Zu diesem Punkt gehört die Realisierung von administrativen Rechten für Archivare via Internet und das Erstellen/Bearbeiten/Löschen von Akten des eigenen Archives. Zu den administrative Aufgaben des Archivars zählt das sperren bzw. freistellen von Akten und Beständen für eine Recherche im Internet. Desweiteren ist es wünschenswert, wenn der Archivar Akten via Internet bearbeiten kann (kleinere Fehler korrigieren) bzw. einen kompletten Upload von Akten durchführen kann. Derzeit besteht die Möglichkeit, die Zugriffsrechte auf die Akten einzustellen. Am Upload von Akten via HTTP wird noch gearbeitet.

1.7. Realisierung einer online-Verwaltung des Verbundes (offen)
Dieser Punkt umfasst die "grobe" Verwaltung des Verbundes über den Verbundserver. Hierzu gehört das Anlegen eines neuen Archives, erstellen neuer bzw. bearbeiten bereits bestehender Installationsschlüssel sowie die Verwaltung der SSL-Zugänge für Archivare.
Die Aufnahme neuer Archive in den Verbund ist wie folgt geplant: Das entsprechende Archiv meldet sich via Formular oder eMail beim Verbund. Über die Administration (Realisiert auf dem SSL-Server) wird nach postaler Authentifikation des Archives ein neues Archiv im Verbund angelegt. Die Administration erzeugt die notwendigen Konfigurationsdateien, die zum ARIADNE-SoftwareServer übertragen werden. Dieser erstellt die Installations-CD, die dem neuen Archiv zugesandt wird. Auf Anfrage wird ein SSL-Zugang erstellt.

 

2. Einsatz von XML als Austausch- und Backupformat (abgeschlossen)

Wir haben vor, XML in erster Linie als Backupformat für die Metadaten einzusetzen, die mit ARIADNE verzeichnet wurden. Hierfür ist es unumgäglich, eine Schnittstelle zwischen MySQL und XML zu schaffen. XML bietet hierbei den Vorteil, beliebige Strukturen aufnehmen zu können, die durch einen Vergleich mit Strukturvorlagen (DTD) jederzeit auf Fehler (in der Struktur) überprüft werden können.

2.1. Entwicklung eines XML-Exportmoduls (abgeschlossen)
Ergebnis dieses Projektabschnittes ist ein XML-Export-Modul, welches unter Delphi programmiert wurde und das beliebige Datenbanken von einem MySQL-Server in eine XML-Datei exportieren kann. Dieses Modul wird in der Delphi-Version von ARIADNE eingesetzt und bietet so die Möglichkeit, einzelne Akten bzw. ganze Bestände nach XML zu exportieren.

2.2. Entwicklung eines XML-Importmoduls (abgeschlossen)
Analog zum XML-Exportmodul wird für das Projekt ein XML-Importmodul benötigt. Aufgabe es XML-Importmoduls ist es, Daten, die durch das XML-Exportmodul erzeugt wurden, wieder auf den MySQL-Server zu übertragen. Somit kann die Kombination beider Module als Backup-Restore-Lösung eingesetzt werden. Zusätzlich können die so erzeugten XML-Dateien zum Verbundserver übertragen werden, um dort ein Update der gespeicherten Daten vornehmen zu können.
Durch das Erschliessen von XML als Austauschformat, besteht die Möglichkeit Daten von anderen Anwendung übernehmen, die ebenfalls XML als Format für den Export von Daten einsetzen. Sind die eingesetzten Strukturen miteinander verträglich, so kann ein Filter realisiert werden, der die Daten von der einen Anwendung in die andere übertragen kann. Ein solcher Filter kann Einsatz finden, bei der Übernahme bereits verzeichneter Akteneinheiten und kann die Nachhaltigkeit der verzeichneten Daten gewährleisten.

Bemerkung: Bisher wurden mehr als 100.000 Datensätze von Archiven importiert, die bereits mit der elektronischen Verzeichnung begonnen wurde. Für den Import wurde in diesen Fällen zunächst eine Schnittstelle zur verwendeten Datenbank gesucht und anschliessend manuell ein Importtreiber geschrieben. Der Importtreiber konnte sehr komplex werden, wenn die Daten in einem schlecht strukturiertem Zustand vorlagen.
Der Einsatz von XML hat den Vorteil, dass die Daten bereits strukturiert vorliegen und somit leichter zwischen der Struktur der Originaldaten und der Struktur von ARIADNE transformiert werden kann.

2.3. Entwicklung einer Backup-Struktur (abgeschlossen)
Um XML-Import und XML-Export sinnvoll für ein Backup einsetzen zu können, muss die ARIADNE-Struktur um eine Backup-Struktur erweitert werden. Die Backup-Struktur ist fertig gestellt und kann zu nahezu jeder MySQL-Datenbank hinzugefügt werden. Eine Einschräkung auf ARIADNE-Datenbanken existiert nicht.
Wird die Backup-Struktur zu einer Datenbank hinzugefügt, so werden mehrere Backupfelder bei jeder Tabelle der entsprechenden Datenbank erzeugt. Die Tabelle selbst wird in Schlüsselfelder, Datenfelder und Backup-Felder zerlegt. Wird der Backup-Algorithmus zum erstem mal gestartet, so erzeugt er quasi eine Bestandsaufnahme der einzelnen Tabellen.Über die Datenfelder wird ein Hash-Wert berechnet, der in einem speziellen Backup-Feld gespeichert wird. Dadurch kann der Backup-Algorithmus später sofort erkennen, ob sich ein einzelner Datensatz geändert hat. Die Datensätze können einen der folgenden Zustände besitzen: ungeändert, geändert, neu, gelöscht.
Diese Backup-Struktur kann für das Synchronisieren der Daten zwischen Archiv und ARIADNE-Verbundserver eingesetzt werden. Das XML-Export-Modul kann anhand der vier genannten Zustände entscheiden, welche Datensätze geändert wurden und wie mit diesen Datensätzen zu verfahren ist.
Dieser Entwicklungsschritt kann als abgeschlossen angesehen werden, sobald die drei Module XML-Import, XML-Export und Backup-Struktur miteinander vollständig verknüpft sind.

2.4. Entwicklung geeigneter Datenschutzrichtlinien (abgeschlossen)
Während des Projektes muss geklärt werden, wie ein wirkungsvoller Datenschutz realisiert werden kann. Da wir auf die Art der Datenspeicherung des MySQL-Servers keinen Einfluss nehmen können, geht es hier um die Entwicklung von Richtlinien für den Datenschutz der Daten, die zum bzw. vom ARIADNE-Verbundserver transferiert werden. Es müssen folgende Punkte beachtet werden:

  1. stammen die Daten wirklich vom angegebenen Archiv bzw. vom Verbundserver (Authentifizierung der Datenquelle)
  2. ist der Kommunikationspartner wirklich das Zielarchiv bzw. der Verbundserver (Authentifizierung des Datenziels)
  3. können die Daten auf dem Weg von der Quelle zum Ziel abgefangen werden
  4. können abgefangene Daten entschlüsselt werden
Die ersten beiden Probleme (Authentifizierung) sind klassische Probleme. Wir haben vor, Datenquelle und Datenziel durch eindeutige Schlüssel zu identifizieren (in Analogie zu PGP). Die letzten beiden Probleme versuchen wir durch eine Verschlüsselung der Daten in den Griff zu bekommen. Den Transfer der Daten könnte man sich wie folgt vorstellen:
Die entsprechenden Daten werden mit dem ARIADNE-XML-Export in eine XML-Datei exportiert. In dieser Datei werden Daten zum Archiv und dem Benutzer, der den Export vornimmt, gespeichert. Diese Daten sind die oben angesprochenen Schlüssel, die die Identität sicherstellen sollen. Dann wird die XML-Datei komprimiert, mittels eines weiteren Schlüssels symmetrisch verschlüsselt und kann dann versendet werden. Sie wird direkt an den ARIADNE-Verbund-Server gesendet, wobei die Sicherheit dieses Vorganges verbessert werden kann, indem man VPN (Virtual Private Networks) und/oder das HTTPS-Protokoll einsetzt. Besitzt das Archiv keinen Zugang zum Internet, so kann die XML-Datei auch via Diskette versendet werden. Auf dem ARIADNE-Verbund-Server wird die XML-Datei wieder entschlüsselt und entpackt. Dann wird die Identität des Archives überprüft und wenn alles in Ordnung ist, findet der XML-Import statt.

 

3. Übergang zu einer OpenSource-Anwendung (abgeschlossen)

Bei diesem Projektschritt geht es um die Realisierung von ARIADNE durch einen ausschliesslichen Einsatz von OpenSource-Komponenten. ARIADNE wurde zuerst unter Microsoft Access® entwickelt. Nachteilig hieran ist, dass man für einen Einsatz von ARIADNE automatisch Microsoft Access® und ein Microsoft Windows Betriebssystem benötigt.
Durch den Einsatz von OpenSource-Komponenten kann das komplette ARIADNE-Software-Paket frei weitergegeben werden.

3.1. Realisierung eines Zugriffs auf den MySQL-Server via DirectSQL (abgeschlossen)
Unter MS-Access® wurde ein ODBC-Treiber eingesetzt, um den Zugriff auf den MySQL-Server zu realisieren. Dabei sind zwei Nachteile zu Tage getreten: 1. ODBC erzeugt viel Overhead und 2. jede weitere externe Komponente erhöht die Fehleranfälligkeit der Installation und verringert die Stabilität des Programmpaketes. Daher wird für ARIADNE auf den DirectSQL-Treiber zurückgegriffen, der ursprünglich als C-DLL zur Verfügung gestellt wurde. Die DirectSQL-Bibliothek wurde nach Delphi portiert und in Objekte zerlegt. Die so entstandene Bibliothek bildet die Grundlage für alle Zugriffe von ARIADNE auf den MySQL-Server.

3.2. Umsetzen von ARIANDE v0.9e4 (MS-Access®) nach ARIANDE v1.0 (Borland Delphi®) (abgeschlossen)
Übergang von Microsoft Access® auf Borland Delphi® bedeutet, dass die komplette Funktionalität von ARIADNE v0.9e nach Borland Delphi® portiert wird. Es macht dann keinen Unterschied mehr, ob man die Access-basierte oder die Delphi-basierte Version von ARIADNE einsetzt.
Borland Delphi® erzeugt ein Programmpaket, dass keinerlei zusätzliche kostenpflichtige Komponenten benötigt, um unter Microsoft Windows® lauffähig zu sein. Das so erzeugt Programmpakte kann daher weitergegeben werden, ohne dass Lizenzgebühren fällig werden.
Dieser Projektabschnitt sieht vor, eine 1:1 Umsetzung der Funktionalität von Access nach Delphi vorzunehmen, bevor Veränderungen in ARIADNE eingeführt werden. Anfang März 2003 wurde mit der Programmierung von ARIADNE unter Delphi begonnen und die erste lauffähige Entwicklerversion, der ARIADNE-Prototyp, wurde Anfang März 2003 fertiggestellt.

3.3. Einbinden von OpenSource-Komponenten in ARIADNE v1.0, Überarbeiten der Funktionen des Prototyps (abgeschlossen)
Bei diesem Projektpunkt sollen alle Möglichkeiten von Borland Delphi ausgeschöpft werden, um die Funktionalität von ARIADNE verbessern zu können. U.A. sollen folgende Funktionen der Software hinzugefügt werden:

  1. Export von Daten nach XML (XML-Export-Komponente)
  2. Einsatz von XALAN zum Transformieren der XML-Dateien nach HTML
  3. Einsatz von Mozilla Web-Browser zum Auswerten von Hilfe- und XML-Dateien
  4. Erstellen von PDF-Dateien (PDFLib)
  5. Einsatz von Adobe Acrobat Reader® bzw. GhostView zum Auswerten der erzeugten PDF-Dateien
  6. automatisches Auswerten von OVG-konformen Laufzeit-Angaben (AdnParseOVG-Komponente)
  7. Integration eines Hilfe-Systems
  8. Einsatz von Verschlüsselungs- und Hash-Algorithmen (RipeMD und IDEA)
Desweiteren wurden die Funktionen des Prototyps überarbeitet und neu strukturiert. Überflüssige Funktionen aus früheren Versionen wurden entfernt, bzw. mit anderen Funktionen gruppiert.

3.4. Erweitern um die Aktentypen "Karten,Risse,Pläne","Urkunden" und "Fotos" (abgeschlossen)
Neben den "Sachakten" und "Personalakten" fehlten noch "Karten,Risse,Pläne", "Urkunden" und "Fotos" in der ARIADNE-Struktur. Dieses Manko wurde bei der Entwicklung des Prototypen beseitigt und die Verzeichnungssoftware um diese drei Aktentypen erweitert.

3.5. Einbinden von Komponenten für die Verarbeitung von Bildinhalten für "Karten,Risse,Pläne" und "Fotos" (abgeschlossen)
Für die Verzeichnung von "Karten,Risse,Pläne" und "Fotos" muss der Prototyp um die Verarbeitung von Bildinhalten erweitert werden. Dazu muss geklärt werden, in welchem Format und in welcher Form die Bildinhalte auf dem MySQL-Server gespeichert werden soll. Desweiteren muss die Möglichkeit geschaffen werden, Bilder in die Verzeichnung von ARIADNE zu importieren und in der Recherche (sowohl lokal als auch im Internet) darzustellen.
Bilder werden in ARIADNE im JPEG-Format abgelegt. In Hinblick auf eine Umsetzung des Prototypen nach Linux wurde bei der Recherche die QT-Bibliothek verwendet, die sowohl für Windows als auch für Linux verfügbar ist.

3.6. Hinzufügen von administrativen Funktionen zum ARIADNE-Programmpaket (Backup, Installation, etc.) (abgeschlossen)
Dieser Projektabschnitt sieht das Erstellen von Komponenten für die Installation, Backup und Verwaltung von ARIADNE vor. Im Rahmen dieses Abschnitts sind folgende Module zu erstellen:

  1. eine Backup-Restore-Lösung mit XML als Austauschformat
  2. eine Console, mit der die Konfiguration und Wartung der ARIADNE-Installation möglich ist (Benutzerverwaltung, Konfigurationsparameter etc.)
  3. ein Installationsmodul, dass die Installationsskripte vorkonfiguriert und die Installation von ARIADNE begleitet
  4. einen SoftwareServer, der für die Archive definierte und vorkonfigurierte Installations-CDs erstellt und eine einheitliche Verteilung der Software im Verbund ermöglicht
Durch die Erweiterung des ARIADNE-Programmpaketes erhält man die Möglichkeit, ARIADNE zu installieren und zu administrieren, ohne dass man profunde Kenntnisse des Projektes benötigt. Jede Installation besitzt eine ähnliche Struktur, wodurch das Troubleshooting erleichtet wird.

3.7. Umsetzen von ARIADNE v1.0 nach Borland Kylix® (Linux) (abgeschlossen)
Die Projektpunkte 3.1.-3.6. beschreiben den Übergang von MS-Access® nach Borland Delphi® und die Überarbeitung der Funktionalität. Um ARIADNE auch unter Linux einsetzen zu können, bietet es sich an, Borland Kylix® zu verwenden, da es eine ähnlich Entwicklungsumgebung zur Verfügung stellt wie Borland Delphi®. Daher kann ein Grossteil des Quellcodes ohne Änderung nach Kylix übernommen werden. Kylix erzeugt (in Analogie zu Delphi) ein Programmpaket unter Linux, so dass bei Abschluss des Projektabschnittes das ARIADNE-Programmpaket sowohl unter Linux als auch unter Windows verfügbar ist. Da die externen Komponenten (MySQL, Mozilla, Acrobat Reader etc.) unter beiden Betriebssystemen verfügbar sind, sind beide Programmpakete in Look-and-Feel und Funktionalität äquivalent.

Letzte Aktualisierung: 1. September 2004, S. Block