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Über diese Seite
Diese Seite enthält:
Eine kurze Geschichte von Ariadne - Die Idee
Die Idee zum ARIADNE-Projekt wurde 1999 im Archiv der Ernst-Moritz-Arndt-Universität
Greifswald entwickelt. Ausgangspunkt waren Überlegungen, ein bedienungsfreundliches
Verzeichnungsprogramm für alle Arten von Aktenbeständen und Sammlungsgut in Archiven
kleiner und mittlerer Größe zu entwickeln, das auf herkömmlicher,
handelsüblicher Software basiert (MS Access), die gemeinsamen archivischen Anforderungen
(Standards) an die Ordnung und Verzeichnung befriedigt und ohne größeren
organisatorischen oder technischen Aufwand in der praktischen Archivarbeit eingesetzt werden
könnte.
Im Laufe eines Jahres wurde in enger Kooperation von Universitätsarchiv und Universitätsrechenzentrum eine Programm-Architektur entwickelt, die diesen Anforderungen entspricht. Einige bereits weit entwickelte Module von ARIADNE wurden am 8.11.2000 auf der 2. Konferenz der vorpommerschen Archive in Greifswald einer größeren Anzahl von Vertretern der vorpommerschen Archive vorgestellt und sind sehr positiv aufgenommen worden. In diesem Zusammenhang entstand die Idee, mehr daraus zu machen. Was Bibliotheken schon lange kennen, nämlich einen virtuellen Verbund im Internet, der es Benutzern und Mitarbeitern ermöglicht quer durch die verschiedenen Kataloge aller beteiligten Häuser, vom eigenen Schreibtisch aus zu recherchieren, daß ist für Archive noch immer Zukunftsmusik, auch wenn es erste Ansätze gibt.
Zustand vor der ersten ARIADNE-Version
Ausgangspunkt für die Entwicklung von ARIADNE waren bereits verzeichnete Bestände des
Universitätsarchivs Greifswald. Jeder der Bestände war in einer eigenen MS-Access®
Datenbank abgelegt. Das Ziel war es, diese Datenbanken unter einer einheitlichen Oberfläche
zu vereinen, so dass für eine bestandsübergreifende Suche nicht alle Datenbanken
nacheinander von Hand durchsucht werden mussten. In Hinblick auf potentielle Besucher des Archivs,
die mit einer möglichst einfach zu bedienenden Software ihre Recherche im Archiv
durchführen wollen, sollte eine Oberfläche entwickelt werden, die intuitiv zu bedienen
ist und alle anfallenden Aufgaben im Hintergrund abwickelt.
v0.1 (reine Recherche)
Die erste Version von Ariadne wurde im Juni 2001 fertig gestellt und bestand lediglich aus zwei
Optionen zur Recherche. Diese beiden Recherchemöglichkeiten wurden in einer MS-Access®
Datenbank zusammengestellt, dem Recherche-Modul. Die Möglichkeiten dieser Version waren noch
sehr beschränkt: Es wurden nur Sachakten unterstützt und zur Recherche stand die
Volltextsuche in den Feldern "Klassifikation", "Titel" und
"Enthält Vermerk" und ein Direktzugriff auf die Akten über die Hierarchie :
Tektonik - Klassifikation - Akte zur Verfügung. Bereits in dieser Version, wurden
Informationen über das geschädigte Archivgut eines Bestandes automatisch aus den Akten
ermittelt.
v0.4 (reine Recherche)
Nach einigen Zwischenversionen wurde diese Version im September 2001 freigegeben. Sie ist dadurch
gekennzeichnet, dass sie bereits all die Recherchemöglichkeiten bietet, die noch in der
aktuellen Version von Ariadne eingesetzt werden. Die Suchfunktionalität blieb über die
Jahre im Grossen und Ganzen die selbe, wurde jedoch mit jeder neuen Version teilweise
überarbeitet.
In dieser Version hat der Benutzer insgesamt vier Recherchemöglichkeiten:
v0.5 (reine Recherche)
Die Version v0.4 beinhaltete die Funktionalität, die von den Archivaren des
Universitätsarchives Greifswald gewünscht war. Einen Nachteil hatten jedoch all diese
Versionen: sie waren Einzelplatzlösungen. Um Verzeichnungssoftware in einem Archiv sinnvoll
einsetzen zu können, muss sie netzwerktauglich sein, d.h. die Daten müssen von jedem
Rechner des Netzwerkes zugänglich sein und es muss möglich sein, parallel mit anderen
Benutzern zu arbeiten.
Nachdem die Oberfläche der Version v0.4 nochmals überarbeitet wurde (aus dem Blau wurden orange Pastelltöne) und ein Modul hinzugefügt wurde, welches die Version netzwerkfähig macht, konnte die Version v0.5 Ende Oktober 2001 fertiggestellt werden. Am 08. November 2001 wurde diese Version auf der zweiten Konferenz der vorpommerschen Archive in Greifswald einer grösseren Anzahl von Vertretern der vorpommerschen Archive vorgestellt und sind sehr positiv aufgenommen worden. An dieser Stelle erwuchs die Idee, Ariadne nicht nur als Verzeichnungssoftware für das Universitätsarchiv Greifswald zu entwickeln, sondern es auch anderen Archiven zugänglich zu machen und einen virtuellen Archivverbund Vorpommerns aufzubauen. Um eine kontinuierliche Entwicklung garantieren zu können, wurde bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft ein Antrag zum Projekt "Vorpommerscher Archivverbund - ARIADNE" eingereicht.
v0.6 (Recherche + Verzeichnung)
Nachdem die Version v0.5 auf starke Resonanz gestossen war, musste die Funktionalität von
Ariadne derart erweitert werden, dass eine benutzer- und archivarfreundliche Administration,
Verzeichnung und Recherche der Bestände möglich war. Dies wurde erstmals in der Version
v0.6 möglich, die Dezember 2001 freigegeben wurde. Zu diesem Zeitpunkt wurde Ariadne im
Universitätsarchiv Greifswald und im Landesarchiv Greifswald eingesetzt.
Das Recherche-Modul wurde überarbeitet ohne die Funktionalität stark zu verändern. Neu war das Verzeichnungsmodul, mit dem Bestände administriert und verzeichnet werden konnten. Beide Module arbeiteten im Netzwerk und konnten von den Benutzern parallel eingesetzt werden. Bei dieser Version wurde erstmals Überlegungen zum Datenschutz berücksichtig. Eine Trennung zwischen Verzeichnung und Recherche begann bereits bei den Modulen, ein Design, welches bis zur aktuellen Version beibehalten wurde. So erhalten Rechner, die für eine Recherche vorgesehen sind, lediglich das Recherche-Modul und können nicht auf Bestände zugreifen, die noch in der Verzeichnung sind. Der Archivar hat so die Möglichkeit, brisante Bestände auf beliebige Zeit vor einer Recherche zurückzuhalten.
v0.9d (Recherche + Verzeichnung)
Zwischen den Versionen v0.6 und v0.9d liegt nahezu ein Quartal. Diese Version konnte am 13. Februar
2002 fertiggestellt werden. Sie ist dadurch gekennzeichnet, dass erstmalig Richtlinien zum Datenschutz
umgesetzt werden konnten. Man hatte hier die Möglichkeit, Benutzergruppen einzurichten und konnte
daher zwischen Archivaren und Besuchern des Archives unterscheiden. Somit konnte Ariadne von
Gästen des Archives eingesetzt werden, ohne dass diese einer speziellen Aufsicht unterstellt
werden mussten. Am 20. Februar wurde diese Version in Stralsund installiert und die
Funktionalität der Datenschutz-Richtlinien konnten hier lange getestet werden.
Kurz nach der Einführung dieser Version wurde im März 2002 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft die Förderung von "Ariadne" bewilligt, eine Tatsache, die uns sehr glücklich machte.
Ariadne während der Förderung durch die DFG - v0.9e
Die Version v0.9e2 besteht aus vier Komponenten: Verzeichnung, Recherche, Installation und
Internet-Recherche (realisiert auf einem LAMP-System).
Am 11. Juni wurde Ariadne v0.9e2 auf dem 12. Landesarchivtag in Stralsund einem breitem Publikum
vorgestellt. Diese Version konnte stark beeindrucken, da MS-Access® als Benutzerschnittstelle
eingesetzt wurde, während die Daten auf einem MySQL-Server gespeichert wurden. Vorteil dieses
Designs ist die höhere Performance des Systems und die Tatsache, dass wir dadurch einen
grossen Schritt in Richtung der Internetpräsenz von Ariadne absolvieren konnten. Auf dem
Landesarchivtag wurden demonstriert, wie die Daten von vier Archiven archiv- und
bestandsübergreifend von Ariadne durchsucht werden konnten und wie leicht man die
Bestände der unterschiedlichen Archive nebeneinander verwalten und verzeichnen konnte.
Desweiteren konnte Ariadne durch ihre Mechanismen zum Datenschutz beeindrucken: Jedes Archiv kann
beliebig viele Benutzergruppen besitzen und jeder Benutzer von Ariadne kann beliebig vielen
Benutzergruppen zugeordnet werden. Man hat die Möglichkeit, während der Verzeichnung
der Akten zu bestimmen, ob sie von Gästen des Archives recherchiert werden dürfen. Die
Schutzmechanismen gehen sogar soweit, dass man vom ganzen Bestand bis hin zur einzelnen Akte
bestimmen kann, wer diese einsehen kann und wer nicht. Ein besonderes Feature von v0.9e2 ist,
dass alle Akten, die vom Archivar dafür speziell gekennzeichnet sind, auch im Internet
recherchiert werden können. Der Archivar muss nicht befürchten, dass Akten im Internet
eingesehen werden können, die dafür nicht vorgesehen sind, da er selbst durch eine
positiv-Auswahl bestimmt, welche Akten im Internet erscheinen dürfen, und welche nicht.
Die erste Delphi-Version - v1.0
Ein Bestandteil des DFG-Antrages ist der Übergang von kostenpflichtiger auf sogenannte
"freie Software", wobei der Begriff "freie Software" Programmpakete umfassen
soll, welche frei im Internet bezogen werden können und bei deren Einsatz keine
Lizenzgebühren anfallen.
Alle Ariadne Versionen bis zur v0.9e waren in Microsoft-Access® programmiert, d.h. eine Weitergabe von Ariadne war an den Einsatz von Microsoft-Access® gebunden. Im Februar 2003 wurde daher die Funktionalität von Ariadne von Microsoft-Access® nach Delphi portiert und eine Weitergabe von Ariadne konnte nun vollständig durch freie Software durchgeführt werden. Diese "erste" Delphi Version von ARIADNE wurde bis Ende 2003 vollständig neu überarbeitet. Dazu gehörten auch die Überarbeitung der Datenbank-Struktur, die auf dem MySQL-Server die Akteneinheiten aufnimmt, und der Funktionalität der ARIADNE-Anwendungen. Über die Funktionen wurden völlig neu nachgedacht, manche verworfen, andere erweitert und an neuer Stelle eingeordnet. Dabei konnten die Stärken einer ereignisbasierten Programmierung voll ausgeschöpft werden. Zusätzlich wurde über die Möglichkeiten der Recherche neu nachgedacht. Die Überlegungen mündeten in einer neuen Abfragestrategie, bei der nach dem Suchbegriff auf allen Ebenen (also Tektonik - Aktengruppe - Akte) gesucht wird und danach die ermittelten Daten optisch aufbearbeitet werden, so dass der Anwender an der Darstellung von Bestand und Aktengruppe erkennen kann, wie reich der Bestand an dem Suchbegriff ist. Nachdem die Verzeichnung unter Delphi fertiggestellt wurde, folgte die Recherche als eigentständige Anwendung. Um den letzten Projektschritt vorbereiten zu können (Portierung nach Linux), wurde die Recherche komplett unter Kylix erstellt, welches Anwendungen für Linux erzeugt. Mit der Delphi-Version von ARIADNE sind einige neue Komponenten hinzugekommen. So wird z.B. die PDFLib benutzt, um PDF-Dateien zu erstellen, was beispielsweise bei der Weiterverwendung von Recherche-Ergebnissen hilfreich ist. Zur Verzeichnung, Recherche und Internet-Recherche kamen weitere Module hinzu. So wurde ein Backup- und Restore-Modul für die Datensicherung erstellt, welches das Backup im XML-Format ablegt. Desweiteren wurde eine Console für die Administration und Wartung der ARIADNE-Installation erstellt. Sie beinhaltet eine skripting-fähige Umgebung, mit der die Installation von ARIANDE durchgeführt werden kann. Um das Installationsskript zu konfigurieren und das Programmpaket zu installieren wurde ein Installationsmodul erstellt. Die Verwaltung der Archive und der ausgelieferten Programmpakete erfolgt über einen SoftwareServer. Er konfiguriert die Installationsskripte vor und erzeugt Images für die auszuliefernden Installations-CDs von ARIADNE. Zur Internetrecherche wurde ein SSL-Zugang mit einer online-Administration des Verbundservers hinzugefügt. All diese Module wurden im letzten Schritt von Delphi nach Kylix portiert. Somit stehen sowohl unter Windows als auch unter Linux das gleiche Programmpaket mit der gleichen Funktionalität zur Verfügung. Letzte Aktualisierung: 1. September 2004, S. Block |