-  Stadtarchiv Wismar
 -  Abt. IV. Rep. 1. B Prozeßakten des Tribunals 1653-1803
 -  10.: 1. Kläger J
Prozeßakten des Tribunals 1653-1803 - 10. 1. Kläger J
71 Gerichtsakten   1   -   10   »

Datierung

Signatur

Prozessgegenstand


OAI-PMH
   

Signatur: (1) 2982
Prozessgegenstand: Appellationis Auseinandersetzung um Nutzung eines Ackers
Alte Signatur: Wismar S 108 (W S 4 n. 108)
Laufzeit: (1636-1689) 05.09.1689-24.02.1690
Fallbeschreibung: Kl. wehren sich dagegen, daß Bekl. seit einiger Zeit ein Stück Acker nutzt, das teilweise auf einem allgemeinen Weg liegt. Da Bekl. seinen Acker eingezäunt hat, ist der Weg nicht mehr nutzbar. Daher haben Kl. den Zaun um den Acker wegreißen lassen und den Weg wiederhergestellt. Da ihnen das Konsistorium auf Veranlassung des Bekl. die Wiederherstellung des Zaunes befiehlt, appellieren sie an das Tribunal und stellen dar, daß der Kirchenacker seit langem nicht genutzt gewesen sei und sich darauf seit Jahrzehnten der Weg befunden habe, der für die Anlieger wichtig sei. Kl. bitten, das Urteil des Konsistoriums anhand einer Karte, Zeugenverhören und durch Inaugenscheinnahme zu überprüfen und zu berichtigen und dem Bekl. aufzutragen, sein Recht zu dem Priesteracker zu beweisen. Das Tribunal fordert das Konsistorium am 02.10. auf, die Originalakten einzusenden. Am 05. und 30.09. erbitten Kl. die Bestellung einer Kommission für einen Ortstermin, das Tribunal beauftragt Assessor Scheffel und Protonotar Westphal am 02.10. damit. Am 12.10. reicht das Konsistorium seinen Bericht in der Sache ein, beklagt, daß die Kl. den Mandaten des Konsistoriums keine Folge geleistet hätten und bittet, die Autorität des Gerichts zu verteidigen. Am 16.10. reichen die Kommissare ihren Bericht beim Tribunal ein, berichten von der Schlichtung und bitten um Bestätigung des Vergleichs. Am 18.10.1689 bittet auch Bekl. um Bestätigung des Vergleichs und legt diesen bei. Das Tribunal bestätigt den Vergleich am 24.02.1690.
Prozessbeilagen: (7) von Notar Erich Schilling aufgenommene Appellation vom 03.08.1689; Supplik Cassius an das Konsistorium vom 11.06.1689; Urteile des Konsistoriums vom 29.07., 01. und 15.08.1689; Aussage des Küchmeisters Arnold Reinberger vom 04.10.1636; Skizzen der Wege und Höfe auf Poel; Protokoll vom 17.06.1689; von Notar Schilling aufgenommene Zeugenbefragung des Jochim Gagezow aus Fehrdorf; Supplik Cassius an das Konsistorium (o.D.); Rationes decidendi des Konsistoriums; Schreiben Caspar Schwartzkopfs an das Konsistorium vom 12.10.1689; Kommissionsbericht Scheffels und Westphals vom 16.10.1689: Protokoll der Zusammenkunft auf dem Kalten Hof vom 14. und 15.10.1689; Vergleich zwischen den Parteien vom 15.10.1689
Instanzenzug: 1. Konsistorium 1689 2. Tribunal 1689-1690
Kläger: (2) Daniel von Jarmerstedt, Oberinspektor auf Poel und Bauermeister Jochim Schwartz als Bevollmächtigte der Gräfin von Steinberg (Bekl. in 1 Instanz)
Beklagter: Magister Martin Cassius, Prediger auf Poel (Kl. in 1. Instanz)
Anwälte: Kl.: Dr. Adam von Bremen (A & P) Bekl.: Dr. Jacob Gerdes (A & P)
Bestellnummer: Stadtarchiv Wismar (Abt. IV. Rep. 1. B Prozeßakten des Tribunals 1653-1803) (1) 2982


OAI-PMH
   

Signatur: (1) 2877
Prozessgegenstand: Supplicationis Auseinandersetzung um Vorrang der Ansprüche
Alte Signatur: Wismar S 16 (W S 1 n. 16)
Laufzeit: (1643-1658) 08.09.1658-13.07.1660 (1660)
Fallbeschreibung: Kl. macht seine Ansprüche gegen Johann Boye geltend, um dessen Haus und gesamte Habe sich bereits Bekl. streiten. Da Vater des Kl.s Boye bereits 1643 das erste Mal Geld geliehen, 1651 dann weiteres, damit Boye eine Beerdigung bezahlen konnte, dafür auch keine Zinsen gefordert hatte, sind seine Ansprüche älter und wichtiger als die der Bekl. und müssen als erstes bezahlt werden. Er hat diese Ansprüche beim Rat geltend gemacht, als er von dem Verfahren der Bekl. gegen Boye hörte und ihm ist versprochen worden, sie zu berücksichtigen. Da dies nicht geschehen ist, wendet er sich mit einer entsprechenden Bitte an das Tribunal, das ihm am 09.09.1658 verspricht, seine Ansprüche zu berücksichtigen. Am 04.07.1659 weisen Humborg und Sabel die Ansprüche Jordans und Hanckes (siehe Nr. 2878) zurück. Am 17.10.1659 legt Kl. neue Beweise vor, am 30.01.1660 antwortet Sabel. Am 07.05.1660 urteilt das Tribunal, daß Jordans Forderungen denen Humborgs und Sabels vorzuziehen sind und die Forderung Hanckes (Nr. 2878) denen Sabels und Jordans nachzusetzen sei, trägt aber Jordan auf, einzelne Ansprüche besser zu beweisen. Am 09.07. dankt Kl. für das Urteil und legt die gewünschten Beweise vor, am 11.07. setzt das Tribunal den 13.07.1660 zur Prüfung des Schuldbuches Jordans an und erkennt die Beweise an. Am 01.08.1660 werden Dr. Gerdes die Beweise wieder ausgehändigt.
Prozessbeilagen: (7) Aufstellung über zwischen 21.09.1643 und 09.02.1654 geliehene Gelder Peter Jordans an Peter Boye; vom Rat aufgestelltes Protokoll über die Schulden Boyes bei Kl. vom 11.12.1657; Prozeßvollmacht des Kl.s für Dr. Gerdes vom 27.09.1659; Auszüge aus dem Schuldbuch Peter Jordans vom 30.01. und 17.04.1650, 25.04.1651, 09.02.1654; Obligation Boyes vom 21.11.1651; Bürgschaft Peter Jordans vom 21.11.1651; Ratsgerichtsurteile vom 10.12.1657, 17.05. und 15.06.1658; Quittung Johannes Rödings vom 11.11.1659
Instanzenzug: 1. Tribunal 1658-1660
Kläger: (2) Georg Jordan, Bürger zu Wismar
Beklagter: Gallus Humborg, Bürger zu Lübeck und Jürgen Sabel, Tuchhändler zu Hamburg
Anwälte: Kl.: Dr. Henning Christoph Gerdes (A & P) Bekl.: Dr. Johann Francke (A), Dr. Caspar Wilcken (P)
Bestellnummer: Stadtarchiv Wismar (Abt. IV. Rep. 1. B Prozeßakten des Tribunals 1653-1803) (1) 2877


OAI-PMH
   

Signatur: (1) 1507
Prozessgegenstand: Intercessionalis Auseinandersetzung um Einhaltung eines Vertrages
Alte Signatur: Wismar J 1 (W J 1 n. 1)
Laufzeit: (1647) 30.01.1654-31.01.1654
Fallbeschreibung: Kl. bittet um Unterstützung in einem Rechtsstreit vor dem Rat der Stadt Hamburg, der dort seit mehreren Jahren anhängig ist und den er, seitdem er in Wismar wohnt, nur noch schwer betreiben kann. Er hatte mit Bekl. in Amsterdam einen Vertrag zum Betrieb einer Seifensiederei geschlossen, in dem er sich verpflichtete, sie das Handwerk zu lehren und sie ihm 320 Rtlr / Jahr versprachen. Die Bekl. hielten den Vertrag jedoch nicht, weshalb er sie vor dem Hamburger Rat verklagte, wo sie den Prozeß hinauszögern. Kl. bittet um ein Intercessional an den Hamburger Rat wegen seiner Bezahlung, das er am 31.01.1654 erhält.
Prozessbeilagen: (7) Kopie des Vertrages zwischen Kl. und Bekl. vom 27.01.1647 in Amsterdam
Instanzenzug: 1. Tribunal 1654
Kläger: (2) Wilhelm Jansson, Meister in der Seifensiederei des Walter Block in Wismar
Beklagter: Johann Reimers, Wilhelm Wyse und Hans Meyer in Hamburg
Bestellnummer: Stadtarchiv Wismar (Abt. IV. Rep. 1. B Prozeßakten des Tribunals 1653-1803) (1) 1507


OAI-PMH
   

Signatur: (1) 1508
Prozessgegenstand: Mandatum de solvendo Auseinandersetzung um die Bezahlung von Schulden
Alte Signatur: Wismar J 2 (W J 1 n. 2)
Laufzeit: (1653) 03.08.1657-13.05.1658
Fallbeschreibung: Bekl. hatte 1653 vom Kl. Dielen für die Reparatur des Fürstenhofes gekauft und versprochen, sie bis 8 Tage nach Ostern zu bezahlen. Die Bezahlung streckt Jürgen Warner im Auftrag des Bekl. vor, als er am 20.06.1653 in Stockholm weilt und Grotjohann dort trifft. Er erhält trotz gegenteiligen Versprechens des Bekl. von diesem jedoch nur 60 Rtlr zurückgezahlt, 42 Rtlr stehen noch aus. Kl. erbt diese Schuld durch Heirat vom ersten Ehemann seiner Ehefrau, Warner, und klagt sie vor dem Tribunal ein. Am 21.03.1658 erinnert Kl. an seine Klage und erbittet Urteil. Am 26.03. erläßt das Tribunal das erbetene Mandat cum clausula. Am 16.04. erinnert Bekl. daran, daß er die Dielen nicht für sich, sondern im Auftrag des Tribunals gekauft habe und nicht persönlich dafür haftbar gemacht werden könne, daß die Zahlung bisher nicht erfolgt ist. Das Tribunal teilt Kl. dies am selben Tag nachrichtlich mit, der am 13.05. aber auf der Bezahlung besteht. Eine Reaktion des Tribunals erhellt nicht.
Prozessbeilagen: (7) Vertrag zwischen dem Wismarer Schiffer Johann Grotjohann und Johann Abraham Renner über die Lieferung von Dielen für den Fürstenhof und die Zahlung von 306 Mk. lüb. vom 30.03.1653; Quitting Grotjohanns über die Zahlung von 306 Mk. lüb. durch Jürgen Warner in Stockholm vom 20.06.1653
Instanzenzug: 1. Tribunal 1657-1658
Kläger: (2) Joachim Jungeclaus
Beklagter: Johann Abraham Renner, Rentmeister zu Wismar
Anwälte: Kl.: Dr. Caspar Wilcken (A & P) Bekl.: Dr. Heinrich Schabbel (A & P)
Bestellnummer: Stadtarchiv Wismar (Abt. IV. Rep. 1. B Prozeßakten des Tribunals 1653-1803) (1) 1508


OAI-PMH
   

Signatur: (1) 1513
Prozessgegenstand: Mandatum executoriales Auseinandersetzung um Vollstreckung eines Urteils
Alte Signatur: Wismar J 7 (W J 1 n. 7)
Laufzeit: 28.09.1681-07.10.1681
Fallbeschreibung: Bekl. hatte 1680 eine Magd des Kl.s geschwängert, war zur Zahlung von 10 Rtlr Strafe verurteilt worden, aber geflohen. Da er sich im benachbarten Amt Neukloster aufhalten soll, bittet Kl. das Tribunal, den dortigen Amtmann Johann Moritz Hoyer anzuweisen, die Strafe zu vollstrecken. Das Tribunal kommt dem Antrag am 04.10.1681 nach und erläßt ein entsprechendes Mandat.
Instanzenzug: 1. Tribunal 1681
Kläger: (2) Christoph Junge, Amtmann auf Poel
Beklagter: Hans Lampe, früherer Knecht Junges
Anwälte: Kl.: Dr. Friedrich Anthon (A & P)
Bestellnummer: Stadtarchiv Wismar (Abt. IV. Rep. 1. B Prozeßakten des Tribunals 1653-1803) (1) 1513


OAI-PMH
   

Signatur: (1) 2481
Prozessgegenstand: Supplicationis Auseinandersetzung um Entrichtung von Pacht und Dienstkorn
Alte Signatur: Wismar P 62b (W P 3 n. 62b)
Laufzeit: (1682) 08.09.1684-11.09.1684
Fallbeschreibung: Claus Schwarte aus Kirchdorf hat seine Stelle an Bekl. übergeben. Dieser fordert dieselben Vergünstigungen, die Schwarte als mittelloser Mann vom Tribunal nach einem schweren Sturm zum Wiederaufbau seines Hauses zugesprochen wurden und bittet, von Pacht und Dienstkorn entbunden zu werden. Der Kl. bezweifelt die Mittellosigkeit des Bekl. und damit die Übertragbarkeit des 1682 zugunsten Schwartes erteilten Mandates auf ihn und bittet das Tribunal um Klärung der Rechtslage. Das Tribunal fordert Bekl. am 10.09.1684 zur Stellungnahme binnen 6 Wochen auf, weiteres erhellt nicht.
Prozessbeilagen: (7) Mandat des Tribunals vom 16.01.1682 an Kl.
Instanzenzug: 1. Tribunal 1684
Kläger: (2) Christoph Junge, Amtmann auf Poel
Beklagter: Peter Evers, Bauer auf Poel
Anwälte: Kl.: Dr. Friedrich Anthon (A & P)
Bestellnummer: Stadtarchiv Wismar (Abt. IV. Rep. 1. B Prozeßakten des Tribunals 1653-1803) (1) 2481


OAI-PMH
   

Signatur: (1) 2464
Prozessgegenstand: Supplicationis Auseinandersetzung um Festlegung der Steuergrundlage
Alte Signatur: Wismar P 49 (W P 3 n. 49)
Laufzeit: 31.08.1683-02.09.1684
Fallbeschreibung: Kl. und Bekl. streiten sich um die Anzahl und Qualität der Hufen, die Kl. nutzt und inwieweit er mit diesem von ihm bewirtschafteten Land zu bestimmten Steuern herangezogen werden soll. Kl. weist auf den geringen Wert des nicht gedüngten Landes und die geringen Erträge hin, bittet, die 21 fraglichen Hufen auf die Hälfte im Anschlag zu reduzieren und das Stallmeisterfeld nicht mitzuberechnen. Die Bekl. bitten am 13.10.1683, den 1673 getroffenen Vergleich (Nr. 2463) zu bestätigen und Kl. entsprechend zu den Lasten hinzuzuziehen. Am 05.02. schließt das Tribunal nach erneuter Stellungnahme des Kl.s vom 23.01.1684 die Beweisaufnahme, am 29.08.1684 erbitten Kl. ein Urteil, das ihnen am 01.09.1684 versprochen wird, aber nicht überliefert ist.
Prozessbeilagen: (7) von Notar Johann Schacht aufgenommene Zeugenbefragungen der Witwe Jochim Gehrkes und Hermann von Deylens in Wismar vom 14.01.1684
Instanzenzug: 1. Tribunal 1683-1684
Kläger: (2) Christoph Junge, Amtmann zu Poel
Beklagter: sämtliche Hausleute auf Poel
Anwälte: Kl.: Dr. Friedrich Anthon (A & P) Bekl.: Dr. Adam von Bremen (A & P)
Bestellnummer: Stadtarchiv Wismar (Abt. IV. Rep. 1. B Prozeßakten des Tribunals 1653-1803) (1) 2464


OAI-PMH
   

Signatur: (1) 2484
Prozessgegenstand: Mandatum de relaxando arresti et non turbando possessionis Auseinandersetzung um Jagdrechte auf Poel
Alte Signatur: Wismar P 65 (W P 3 n. 65)
Laufzeit: (1685) 28.09.1685-13.10.1685
Fallbeschreibung: Bekl. hat Kl., der Gräfin von Steinberg und ihren Beamten das Jagdrecht auf Poel streitig gemacht und einen Jäger verhaften lassen. Kl. bestreiten, daß Bekl. dazu das Recht habe, da sie unter der Jurisdiktion des Tribunals stehen und fordern die Freilassung des Inhaftierten und den Schutz ihrer alten Rechte. Auf nochmalige Bitte des Kl.s vom 01.10. ergehen entsprechende Mandate am 02.10.1685 an den Bekl. und an den Stadtkommandanten von Wismar, Oberst Müller. Am 13.10.1685 ergeht auf erneute Bitte der Kl. vom 12.10. ein Mandat an Bekl., sich aller militairischen inhafftierung" im Amt Poel zu enthalten.
Prozessbeilagen: (7) Auszug aus dem Schreiben der Gräfin von Steinberg an den Lizentinspektor Daniel Jarmers vom 06.08.1685; von Notar Erich Schilling aufgenommene Summarische Zeugenkundtschafft die Jagd auf dem Amt Pöhl betreffendt" vom 28.09.1685
Instanzenzug: 1. Tribunal 1685
Kläger: (2) Daniel Jarmer namens der gräflich Steinbergschen Beamten auf Poel
Beklagter: Otto Johann Grothus, Generalleutnant und Gouverneur in Wismar
Anwälte: Kl.: Dr. Adam von Bremen (A & P)
Bestellnummer: Stadtarchiv Wismar (Abt. IV. Rep. 1. B Prozeßakten des Tribunals 1653-1803) (1) 2484


OAI-PMH
   

Signatur: (1) 2482
Prozessgegenstand: Subsidiales Auseinandersetzung um Verfolgung von Sodomie
Alte Signatur: Wismar P 63 (W P 3 n. 63)
Laufzeit: (1685) 13.10.1685-22.12.1685
Fallbeschreibung: Das Tribunal hat einen Bericht von Deputierten des Gouverneurs von Wismar über die Behandlung eines Falls von Sodomie auf Poel und die Flucht des Verdächtigen erhalten und fordert am 13.10. zusätzlichen Bericht vom Kl. über den Vorfall an. Kl. berichtet am 10.11. über eine Anklage wegen Sodomie vor dem Poeler Amtsgericht und deren Hintergründe. Nach Gutachten der Juristenfakultät Rostock sollen die Vorwürfe gegen Bekl. erneut geprüft werden. Dazu wird er eingesperrt und von zwei Einwohnern von Poel in ungeeigneten Räumlichkeiten rund um die Uhr bewacht. Nachdem ihm die Flucht nach Lübeck gelungen ist, bittet Kl. dort um Auslieferung des Bekl., kann aber nichts erreichen. Er kündigt am 10.11. an, das Tribunal um "Bannisierung" des Bekl. bitten zu wollen, falls dieser sich nicht stellen sollte. Eine Reaktion des Tribunals erhellt nicht. Am 16.12. erbittet Kl. ein Subsidialschreiben des Tribunals an den Lübecker Rat zur Auslieferung des Bekl. und erhält es am 18.12.1685.
Prozessbeilagen: (7) von Tribunalspedell Johann Erhard Ries ausgestellte Übergabequittung für ein Mandat vom 15.10.1685; Gutachten der Juristenfakultät Rostock vom 01. und 18.08., 23.09.1685; Auszug aus dem von Notar Erich Schilling aufgenommenen Protokoll des Amtsgerichts vom 01.09.1685; von Notar E. Schilling aufgenommene Zeugenvernehmung des Niclas Winter, des Oberschulzen Joachim Schwartz, des Vogts Hinrich Plagmann und der Dorothea Oldach vom 07. und 08.09.1685; Schreiben des Kl.s an den Lübecker Rat vom 15.10.1685; anonyme Zeugenaussage aus Lübeck vom 18.11.1685
Instanzenzug: 1. Tribunal 1685
Kläger: (2) Paul Jarmers, gräflich Steinbergscher Amtmann auf Poel
Beklagter: Christian Barnitt, ehemals Bauer auf Poel, jetzt Flüchtling in Lübeck
Anwälte: Kl.: Dr. Adam von Bremen (A & P)
Bestellnummer: Stadtarchiv Wismar (Abt. IV. Rep. 1. B Prozeßakten des Tribunals 1653-1803) (1) 2482


OAI-PMH
   

Signatur: (1) 1526
Prozessgegenstand: Appellationis Auseinandersetzung um Einsetzung in ein Amt
Alte Signatur: Wismar J 21 (W J 1 n. 21)
Laufzeit: (1685-1724) 13.12.1724-12.02.1725
Fallbeschreibung: Nach Bitte der Kl. vom 13.12.1724 und 08. und 22.01.1725 um Fristverlängerung zum Einreichen seiner Beschwerden gegen ein Ratsgerichtsurteil und erteilter Erlaubnis des Tribunals vom 15.12.1724 und 10.01.1725 legt Kl. am 29.01. seinen Schriftsatz vor. Carl Jeltzer ist die Konzession für die Wismarer Fronerei gegen Zahlung von 150 Rtlr im Jahre 1685 erblich verliehen worden. Nach einem Inquisitionsprozeß hat er Wismar und sein Amt verlassen müssen, der älteste Sohn hat den Rat daraufhin um Überlassung des Amtes gebeten, dieses aber nicht erhalten, da er sowohl zu Wokrente als Neu=Closter unglücklich gerichtet" hat. Rat bietet an, die jüngste Tochter Carl Jeltzers mit einem geeigneten Kandidaten zu verheiraten, damit das Amt in der Familie bleibt. Kl. lehnen dies jedoch ab und appellieren an das Tribunal, das dem Rat am 07.02.1725 befiehlt, Jeltzer jun. einzustellen.
Prozessbeilagen: (7) von Notar Philipp Heinrich Pladecius aufgenommene Appellation vom 04.11.1724; Ratsgerichtsurteile vom 30.10.1724 und 06.11.1724; von Notar Christian Heinrich Ellerhof bestätigte Kopie des Vertrages zwischen Carl Jeltzer und dem Wismarer Rat über Übertragung der Fronmeisterei vom 27.02.1685
Instanzenzug: 1. Ratsgericht 1724 2. Tribunal 1724
Kläger: (2) Ehefrau und Kinder Carl Jeltzers, besonders Johann Carl Jeltzer (Kl. in 1. Instanz)
Beklagter: Bürgermeister und Rat zu Wismar (Bekl. in 1. Instanz)
Anwälte: Kl.: Philipp Heinrich Pladecius jun. (A), ab 29.01.1725: Dr. Friedrich Vermehren (A)
Bestellnummer: Stadtarchiv Wismar (Abt. IV. Rep. 1. B Prozeßakten des Tribunals 1653-1803) (1) 1526
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